Bürgermeisterkandidat und Stadtratsliste aufgestellt– „Wir sind eindeutig die bessere Wahl“
Burghausen. Drei Mandate im künftigen Burghauser Stadtrat sind das Ziel. Vielleicht werden es sogar vier oder fünf? Und natürlich wäre die Krönung ein UWB-Bürgermeister. In der Nominierungsversammlung am Donnerstagabend im Hotel „Bayerischer Hof“ wurden die Weichen dafür gestellt. 22 UWB-Stadtratskandidaten und mit Stefan Niedermeier auch ein Bürgermeisterkandidat wurden aufgestellt. Man habe sich bewusst gegen eine große Veranstaltung mit Powerpoint-Präsentation und Co entschieden, sagte UWB-Vorsitzender Christian Huber. „Wir sind da hingegangen, wo auch die Bürger hingehen.“
Vom Salzachareal über Fernwärme und PFOA bis zur Hallenbadsanierung
UWB-Fraktionssprecher Peter Schacherbauer berichtete zunächst über die vergangenen fünfeinhalb Jahre im Stadtrat. Die Helmbrechtspiele seien ein Highlight der 1000-Jahr-Feier gewesen. „Die Kosten stehen auf einem anderen Blatt und muss man später beleuchten.“ Erfreulich sei, dass bei der Bebauung des Salzachareals etwas voranging; nicht zuletzt auch wegen Schacherbauers Engagement – sitzt er doch im Aufsichtsrat der VR-Bank – und er hatte sich auch in der Funktion für das Vorhaben eingesetzt. Beim Fernwärmeprojekt sieht Schacherbauer das Interesse der Bürger als noch nicht so groß, dass das Projekt gesichert wäre. PFOA bleibe ein großes Thema, die Hallenbadsanierung sei bei der aktuellen finanziellen Lage ein großes Wagnis.
„UWB sind eindeutig die bessere Wahl“
Der 48-jährige Stefan Niedermeier monierte im Rahmen seiner etwa 20-minütigen Vorstellung: „Unser fachlicher Rat war nicht immer gefragt. Es wäre schön gewesen, wenn der Bürgermeister unsere Meinung eingeholt hätte.“ Dass die CSU keinen Bürgermeisterkandidaten aufstelle, sei ein schlechtes Zeichen; dass die Mitglieder der neuen Bürgerliste nicht zu UWB gekommen sind und auch keinen Kandidaten ins Rennen schicken, ebenfalls. Umso wichtiger sei es, dass die UWB einen Kandidaten aufstellt und damit die einzige Wahlmöglichkeit für die bürgerliche konservative Mitte biete. Zumal die AfD keine Alternative sei. „Sie ist unnötig wie ein Kropf, wir sind eindeutig die bessere Wahl.“
Themen-Schwerpunkte angesprochen
Beim Salzachareal seien die Entscheidungen gut getroffen worden, bestätigte Niedermeier. Er wünsche sich, dass sich dort eine Gastronomie, am besten mit Biergarten, ansiedelt. In Sachen Laborgebäude müsse so bald wie möglich die Betreiberlösung geklärt werden. Beim Hallenbad seien die ersten Aufträge erteilt, nun sei eine genaue Budgetkontrolle wichtig. Um künftig weiteren Wohnraum zu schaffen, müsse man auf Verdichtung setzen. Ob man in die Sanierung der Maria-Ward-Realschule investiert, müsse man sich genau überlegen. Das Krankenhausgebäude fülle sich gut mit Leben. „Das wird vielleicht ein Selbstläufer“, womöglich müsse die Stadt hier gar nicht mehr tätig werden.
„Stadtrat muss mehr mitbestimmen“
Beim Thema Fernwärme werden Preis und Nachfrage darüber entscheiden, ob es etwas wird. Daneben sollte man auf Nahwärme, Flusskraftwerke und vieles mehr setzen. Ein guter Mix sei entscheidend. Die Kraftwerke von RWE können hier ebenfalls ein guter Baustein sein. „Der Startschuss muss aber bald fallen.“ Die Ablehnung der Grünen sei hier ein „denkbar schlechtes Signal“. Untergegangen sei zuletzt die Ortsumfahrung Burghausen. An die Landesregierung und das staatliche Bauamt gerichtet sagte Niedermeier: „Das ist nahezu unerträglich. Es fehlt der Wille und die Umsetzungskraft.“ Weitere Themen des Bürgermeisterkandidaten sind eine Straffung und Zusammenlegung der städtischen Gesellschaften und eine schlankere Personalstruktur in der Stadtverwaltung. Die Sanierung des ZULF-Kindergartens dürfe nicht vergessen werden. Viel geplant wurde in den vergangenen sechs Jahren von verschiedenen Büros. Das müsse künftig zielgerichteter passieren. Und: „Zu oft wurden Entscheidungen nur zur Kenntnis genommen.“ Zu selten durfte der Stadtrat wirklich mitbestimmen. Auch das müsse anders werden.
Dr. Markus Braun von CSU zu UWB gewechselt
Anschließend waren die Kandidaten an der Reihe. Sie durften sich jeweils kurz vorstellen. Auch hier ist ein Querschnitt aus der Gesellschaft vertreten, wenngleich man nicht so viele junge Kandidaten finden konnte, wie gehofft, sagte Wahlleiter Hartmut Strachowsky. Ein paar mehr Worte zur Vorstellung sagte in dem Zusammenhang Dr. Markus Braun, der bislang für die CSU im Stadtrat saß. „Die Chemie war nicht mehr optimal“, erklärte er seinen Wechsel zur UWB. So wolle er seinen Sachverstand im Gesundheits- und Sozialbereich künftig als UWB-Stadtrat einbringen. „Der Bürgermeister hat sich das Thema auf seine Fahne geschrieben, aber dafür braucht es die nötige Fachkompetenz.“ Die sehe er bei Florian Schneider nicht.
Bei der Wahl wurden sowohl die Stadtratskandidaten – abgestimmt wurde im Block – als auch der Bürgermeisterkandidat mit jeweils allen 25 Stimmen gewählt. − jor
DIE KANDIDATEN
1. Stefan Niedermeier, 2. Petra Hempel, 3. Dr. Markus Braun, 4. Natalia Laib, 5. Christian Huber, 6. Dr. Claus-Rüdiger Heikenwälder, 7. Claus Löffler, 8. Gerhard Bonauer, 9. Sebastian Wagenhofer, 10. Peter Rippel, 11. Ursula Huber, 12. Andreas Meissner, 13. Daniela Pilzweger, 14. Markus Koch, 15. Sandra Heikenwälder, 16. Klaus Moritz, 17. Silke Niedermeier, 18. Reinhard Althammer, 19. Thomas Hempel, 20. Dr. Hubert Lex, 21. Harald Rautter, 22. Hermann Sixt. 23. Peter Schacherbauer.
PNP/Burghauser Anzeiger vom 29.11.2025

